{"id":500,"date":"2017-10-22T14:32:27","date_gmt":"2017-10-22T12:32:27","guid":{"rendered":"http:\/\/theaterkonstellationen.ch\/?page_id=500"},"modified":"2018-10-29T01:13:14","modified_gmt":"2018-10-29T00:13:14","slug":"nekropolis-die-stadt-gehoert-uns-von-anita-augustin","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/jonasknecht.com\/?page_id=500","title":{"rendered":"Nekropolis &#8211; Die Stadt geh\u00f6rt uns!"},"content":{"rendered":"<h1>von Anita Augustin<\/h1>\n<h2>Die LiveH\u00f6rspielSerie von theater konstellationen\u00a0| Urauff\u00fchrung<\/h2>\n<p>Wenn es nach den Kl\u00fcgsten unter uns geht (Intellektuelle etc.), dann ist der Mensch so gut wie tot, also halb lebend, halb tot. Oder was soll man von einem Menschen halten, der mit den transplantierten Herzklappen eines Toten herumrennt? Was von einem Komapatienten, der jahrelang weder richtig stirbt noch richtig lebt? Was von den sch\u00f6nheitschirurgisch aufpolierten Models, die in ihrem Kampf gegen Alter und Tod am Ende aussehen wie Zombies? Was sollen wir von uns selbst halten? Von uns allen, die wir uns halb zu Tode schuften oder halb zu Tode shoppen oder halb zu Tode saufen?<br \/>\n\u201eNekropolis \u2013 Die Stadt geh\u00f6rt uns!\u201d ist eine Serie von LiveH\u00f6rspielen mit viralem Charakter. Das Sujet: Die Ausrottung der Menschheit durch eine globale Seuche in Gestalt von Zombies.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1193\" src=\"http:\/\/theaterkonstellationen.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/RRI2143.jpg\" alt=\"\" width=\"4891\" height=\"3261\" srcset=\"https:\/\/jonasknecht.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/RRI2143.jpg 4891w, https:\/\/jonasknecht.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/RRI2143-300x200.jpg 300w, https:\/\/jonasknecht.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/RRI2143-768x512.jpg 768w, https:\/\/jonasknecht.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/RRI2143-845x563.jpg 845w\" sizes=\"auto, (max-width: 4891px) 100vw, 4891px\" \/><\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Nekropolis ist brillant gespielt. Tobler und Hitz werfen sich hart am Publikum mit vollem, manchmal riskantem K\u00f6rpereinsatz in die scharfen Dialoge der Autorin Anita Augustin. Ein sch\u00f6nes Versprechen, denn Anja Tobler und Hans-J\u00fcrg M\u00fcller geh\u00f6ren ab Sommer neu zum St.Galler Schauspielensemble des neuen Direktors Jonas Knecht. Dieser f\u00fchrt klug Regie im beengten Raum.&#8220; (Peter Surber im Saiten &#8211; Ostschweizer Kulturmagazin)<\/p><\/blockquote>\n<hr \/>\n<h1>Besetzung<\/h1>\n<p>REGIE Jonas Knecht<br \/>\nTEXT &amp; DRAMATURGIE Anita Augustin<br \/>\nAUSSTATTUNG Markus Karner<br \/>\nSOUNDDESIGN Martin Hofstetter<br \/>\nPRODUKTIONSLEITUNG Gabi Bernetta, theater konstellationen<br \/>\nGRAFIK Kaluza + Schmid, Martin Schmid<\/p>\n<p>SPIEL Anja Tobler, Aaron Hitz, Hans J\u00fcrg M\u00fcller<\/p>\n<p>Premiere war am 29.04.2016 in St.Gallen in der ehemaligen Produktionsst\u00e4tte der B\u00e4ckerei Schwyter am Blumenmarkt 11 in der Innenstadt<br \/>\nWir danken herzlich f\u00fcr die Unterst\u00fctzung: Kulturf\u00f6rderung Kanton St.Gallen, Stadt St.Gallen, Migros Kulturprozent.<br \/>\nEin besonderer Dank gilt Frau und Herr Schwyter von der B\u00e4ckerei Schwyter f\u00fcr die unkomplizierte Art, ihre R\u00e4umlichkeiten zu nutzen! Vielen Dank.<\/p>\n<p>Den Piloten zur Serie hat theater konstellationen im Fr\u00fchjahr 2016 produziert \u2013 dann ist das Virus am Theater St. Gallen, am Theater Aachen, am Theater Konstanz und am Theater Saarbr\u00fccken aufgetaucht und pflanzt sich, ausgehend vom Infektionsherd in St. Gallen, systematisch fort, von Theater zu Theater, von Stadt zu Stadt, von Folge zu Folge.<\/p>\n<hr \/>\n<h1>Video<\/h1>\n<p>Mittschnitt der Vorstellung vom 30.04.2016 am Blumenmarkt 11 St.Gallen<br \/>\n\u00a9 Jost Nyffeler, Commedia, Bern<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/vimeo.com\/166885807\">https:\/\/vimeo.com\/166885807<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<h1>Presse<\/h1>\n<p><a class=\"external-link-new-window\" title=\"\u00d6ffnet externen Link in neuem Fenster\" href=\"http:\/\/www.saiten.ch\/die-theater-infektion\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" data-htmlarea-external=\"1\">&#8222;Die Theater Infektion&#8220;<br \/>\n<\/a>Kritik im Saiten &#8211; Ostschweizer Kulturmagazin\u00a0vom 2.Mai 2016, von Peter Surber<a class=\"external-link-new-window\" title=\"\u00d6ffnet externen Link in neuem Fenster\" href=\"http:\/\/www.saiten.ch\/die-theater-infektion\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" data-htmlarea-external=\"1\"><br \/>\n<\/a><\/p>\n<p><a class=\"external-link-new-window\" title=\"\u00d6ffnet externen Link in neuem Fenster\" href=\"http:\/\/www.tagblatt.ch\/nachrichten\/kultur\/ostschweiz_kultur\/Lieber-untot-als-lebendig;art482582,4604427\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" data-htmlarea-external=\"1\">&#8222;Lieber untot als lebedig&#8220;<br \/>\n<\/a>Vorschau im St.Galler Tagblatt vom 28.April 2016, von Brigitte Schmid-Gugler<\/p>\n<hr \/>\n<h1>Das Projekt<\/h1>\n<p>Nekropolis \u2013 Die Stadt geh\u00f6rt uns! ist eine Serie von Live H\u00f6rspielen mit viralem Charakter. Das Sujet: Die Ausrottung der Menschheit durch eine globale Seuche in Gestalt von Zombies.<br \/>\nDie erste Folge wird 2016 am Theater St. Gallen produziert. Ausgehend von diesem Infektionsherd soll sich das Virus systematisch fortpflan- zen, von Theater zu Theater, von Stadt zu Stadt, von Folge zu Folge. Jede Folge hat lokalen Bezug: Das H\u00f6r- spiel in St. Gallen erz\u00e4hlt vom Ausbruch der Seuche in St. Gallen, das H\u00f6rspiel in Stuttgart erz\u00e4hlt von den untoten Stuttgartern. Je mehr Theater sich anstecken lassen und (mit geringem Aufwand) eine Folge der Serie produzieren, desto gr\u00f6\u00dfer die Chance, dass wir es zu einer veritablen Pandemie bringen.<br \/>\nParallel zum realen Raum wird auch der virtuelle zombifiziert. Auf einer Nekropolis-Website, die mit den Homepages der verb\u00fcndeten Theater verlinkt ist, kann der interessierte Endzeitzuschauer die einzelnen Folgen als Mitschnitt streamen. Au\u00dferdem wird er mit Informationen \u00fcber den aktuellen Stand der Seuche, die effizientesten Ma\u00dfnahmen im Anti-Zombie-Kampf, den optimalen Barrikadenbau etc. versorgt. So bleibt das gesamte Nekropolis-Publikum vernetzt. Wer will, kann nat\u00fcrlich auch den Zug nehmen und von Folge zu Folge reisen.<\/p>\n<hr \/>\n<h1>Das Ph\u00e4nomen<\/h1>\n<p>Vor siebzig Jahren hat man die ersten lebenden Toten gesichtet, da sind sie auf der Bildfl\u00e4che erschienen, und sie waren nicht weiter bemerkenswert. Traurige Gestalten aus der untersten Splatterschublade. Wir erinnern uns gerne an sie, wir werden nostalgisch dabei. Nein, was waren die Dinger harmlos! H\u00e4ngende Schultern, stumpfer Blick, dazu der notorisch schleppende Gang, das traumwandlerische Taumeln Richtung Opfer mit ausgestreckten Armen, mehr flehend als bedrohlich, um Hilfe heischende Geste der Bestie, alles sehr niedlich. Und schnell erledigt.<\/p>\n<h4>Hacke raus, R\u00fcbe ab, fertig.<\/h4>\n<p>Der Schlichtheit des T\u00f6tens in den fr\u00fchen Zombiefilmen entspricht die Schlichtheit des Diskurses rund um das Ph\u00e4nomen selbst. Was ist ein Zombie? Was bedeutet er? Antwort:Voodoo macht\u2019s m\u00f6glich, Belebung der Toten zum Zwecke ihrer Versklavung, aber dann rotten sie sich zusammen und proben den Aufstand. Unscharfe Kapitalismuskritik, Revolte der Lohnsklaven, klappt nicht so richtig, sie sind so bl\u00f6d, im Genreklassiker Night of the Living Dead schwanken sie willenlos durch einen Supermarkt, und man wei\u00df nicht so recht: Wollen die jetzt einkaufen oder was?<\/p>\n<h4>arrrgghhhh!<\/h4>\n<p>Heute sieht die Lage so aus: Zombies sind schnell, Zombies sind aggressiv. Sie wollen nicht einkaufen, sie wollen das Fleisch gratis. Unser Fleisch. Kein fauler Zauber hat ihnen zu ihrem untoten Leben verholfen, sondern einVirus. Zombies sind neuerdings krank. Bl\u00f6d sind sie nach wie vor, aber nur als Individuen. Aus den Gruppen oder Horden, zu denen sich die Untoten der Pionierzeit mehr oder weniger willenlos zusammengerottet haben, ist eine millionenk\u00f6pfige Masse mit Schwarmintelligenz geworden. Die Zombies des 21. Jahrhunderts sind keine Sklaven, haben keinen Herrn und brauchen keinen F\u00fchrer. Freie Untote, Netzwerkzombies; verlinkt im Zeichen des kollektiven Willens, der da hei\u00dft: fressen!<br \/>\nHungrig waren die Zombies schon immer, aber was sich fr\u00fcher als Karikatur eines Prim\u00e4rtriebs dargestellt hat (alles Lebende will Nahrung), erscheint bei den pathologisch aufger\u00fcsteten Zombies der Gegenwart in v\u00f6llig neuem Licht: Sie bei\u00dfen nicht, weil sie hungrig sind, sondern weil sie ansteckend sind. Es geht nicht um Kannibalismus, es geht um Infektion. Wie es aussieht, wollen die zeitgen\u00f6ssischen Zombies vor allem eines: sich vermehren. Geschlechtliche Fortpflanzung ist ihnen in der Regel verwehrt, aber das haben sie auch gar nicht n\u00f6tig.<\/p>\n<h4>Wozu Sex, wenn es die Seuche gibt?<\/h4>\n<p>Reproduktion durch Infektion.Wir ahnen, worauf die Sache hinausl\u00e4uft.Wir ahnen Schreckliches: Die Masse der lebenden Toten arbeitet nicht an unserer Vernichtung, sie arbeitet an unserer Wiedergeburt als ihresgleichen.<br \/>\nUnd jetzt mal ehrlich: W\u00e4re das nicht wunderbar? W\u00e4re das nicht in vielerlei Hinsicht ein Traum? Der politische Traum von einer durchdemokratisierten Weltgemeinschaft zum Beispiel?<\/p>\n<h4>Ein Volk, ein Wille, kein F\u00fchrer?<\/h4>\n<p>Oder der sozialdigitale Traum vom perfekten Netzwerk? Oder der alte Menschheitstraum vom ewigen Leben, dem ein \u00fcberwundener Tod vorausgeht? Nun ja, der vielleicht nicht, oder nur in einer paradoxen Paraphrase, denn als Zombies w\u00fcrden wir ja nicht ewig leben, sondern permanent sterben, und das post mortem. VirileVerwesung, Kadaver de luxe. Nicht besonders appetitlich, aber immer noch besser als tot sein. Oder?<br \/>\nWie auch immer, eines steht fest: Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung bei Nekropolis wird weniger darin bestehen, uns die Zombies vom Leib zu halten, als vielmehr darin, uns nicht freudig in ihre Arme zu werfen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Anita Augustin Die LiveH\u00f6rspielSerie von theater konstellationen\u00a0| Urauff\u00fchrung Wenn es nach den Kl\u00fcgsten unter uns geht (Intellektuelle etc.), dann ist der Mensch so gut&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/jonasknecht.com\/?page_id=500\">Weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\">Nekropolis &#8211; Die Stadt geh\u00f6rt uns!<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":133,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-500","page","type-page","status-publish","hentry","ratio-natural","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/jonasknecht.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/500","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/jonasknecht.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/jonasknecht.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/jonasknecht.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/jonasknecht.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=500"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/jonasknecht.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/500\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":517,"href":"https:\/\/jonasknecht.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/500\/revisions\/517"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/jonasknecht.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/133"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/jonasknecht.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=500"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}